Ayurveda therapiert, Sri Lanka berührt: 10 Insights abseits des Behandlungsplans

Tuk Tuk in Sri Lanka

06.08.2025

Sri Lanka verzaubert mit Wärme, tropischem Grün und einem Lächeln, das von Herzen kommt. Zwischen Meer, Panchakarma, Teeplantagen und Tempelglocken erleben Ayurveda-Urlauber kleine Gesten großer Herzlichkeit. 10 liebevolle Beobachtungen, die auf der Insel im Indischen Ozean für mehr Leichtigkeit im Hier und Jetzt sorgen.

Kopfwackeln heißt „ja“

Menschen in Sri Lanka kommunizieren viel nonverbal. Besonders auffallend ist das typische Kopfwackeln der Einheimischen. Der „Head Bobble“, „Wobble“ oder „Waggle“ ist eine Mischung aus Nicken und Schwingen. Meistens bedeutet es Zustimmung, ein „ja“, „vielleicht“ oder „ich habe verstanden“. Wie reagierst du? Lächle entspannt zurück. Wackeln Einheimische jedoch unmotiviert mit dem Kopf, nimm sensibel wahr. Denn womöglich vermeiden sie es, direkt „nein“ zu sagen. Für Europäer ist das anfangs irritierend.

Auch unser Team im Ayurveda-Center kommuniziert beim Treatment oft mit einem freundlichen Kopfwackeln. Praktiziere es selbst und beobachte, wie ganz von allein ein stilles Miteinander entsteht.

Apropos nonverbale Kommunikation: In Sinhala, der Sprache der Singhalesen, gibt es keine Worte für „Guten Appetit“. Sie lächeln einfach. Touristen gegenüber hat sich ein „Enjoy your meal“ stattdessen eingebürgert.

Tee ist in Sri Lanka Kulturgut Nummer eins


Sri Lanka ist einer der größten Teeexporteure der Welt. Ceylontee schmeckt bei einem Besuch der Teeplantagen im Hochland besonders gut. Dort wird das weltweit geschätzte Heißgetränk mit Milch, Zucker und einem Lächeln serviert.

Tee in der Teefabrik
Auch in Geschäften an der Küste bieten die Händler hin und wieder Schwarztee an. Abwarten und Teetrinken? Für Ayurveda-Kurgäste heißt es: freundlich ablehnen und Kräutertee oder warmes Wasser bevorzugen. Denn Teein durchkreuzt den Therapieplan. Unser Tipp für dich, wenn du neugierig auf black, white und green Tea aus dem Hochland von Sri Lanka bist: Starte deinen Ayurveda-Aufenthalt mit einer Rundreise und lass dich danach voll und ganz auf die Panchakarmakur ein.

Viele Teepflückerinnen leben seit Generationen mit ihren Familien in Teedörfern, mitten in den Plantagen. Das Wissen um den Teeanbau und die Ernte geben sie von ihren Eltern an ihre Kinder weiter. Ihr Alltag ist geprägt vom Rhythmus der Teeernte.

Barfuß ist Ehrensache

Ob im Tempel, im Haus oder beim Schneider um die Ecke: Schuhe bleiben draußen. Nackte Füße sind in Sri Lanka ein Zeichen des Respekts. Das gilt besonders an heiligen Orten. Gäste in Sandaru Lanka betreten die Plattform mit unseren Terrassen, dem Restaurant und Pool ohne Schuhe. Auch vor dem Ayurveda-Center lädt ein Schuhregal höflich dazu ein, die Flipflops draußen stehen zu lassen. Ein erfreulicher Nebeneffekt: Barfußlaufen aktiviert die Reflexzonen und stärkt die Fußgesundheit. Besonders angenehm gewöhnst du dich am Strand von Maggona daran, einen nackten Fuß vor den anderen zu setzen. In der Hauptsaison von November bis März ist der Strand sehr breit und bietet viel Platz zum Schlendern. In der Nebensaison kann das Wasser sehr nah an die Küste kommen, so dass Beach Walks zeitweise nicht möglich sind.

Spuren im Sand

Barfuß auf Naturböden zu gehen, erdet dich und hilft dir, den Jetlag schneller zu überwinden. Wer ganz bewusst am Morgen mit bloßen Füßen durch unseren Garten flaniert, spürt den noch kühlen Tau: eine wohltuende Praxis, um achtsam in den Tag zu starten.

Reis sogar zum Frühstück


Rice and Curry ist in Sri Lanka eine Mahlzeit, die einer Lebenseinstellung gleicht. Wer Singhalesen fragt: „Was habt Ihr gegessen?“ hört mit einem charmanten Lächeln garantiert: „Rice and Curry“. Oft auch dreimal täglich. Und ja: Schon morgens um sieben dampfen die Töpfe. Dazu gibt’s das typische Linsengericht Dhal, Kokos-Sambol oder Gemüse.

Rice and Curry
In der Ayurvedaküche verzichten wir in der Regel auf zu viel Schärfe in den Gerichten, außer es ist ausdrücklich angezeigt; etwa für Menschen mit dominanter Kapha-Konstitution, die eine feurigere Würze in Bewegung bringt. Unser Tipp für alle, die durchs Land reisen und in Touristenhotels absteigen: Orientiere dich im Restaurant am Sri Lankan Corner. Dort findest du Rice and Curry in traditionellen Lehmtöpfen, mitunter recht scharf. Zum Abmildern stehen Kokosflocken bereit.

Auf dem Frühstückstisch stehen in Sri Lanka neben Reis oft auch Hoppers oder String Hoppers, kleine Reishäufchen aus Teigfäden. Sie schmecken mit Coconut-Sambol oder Dhal besonders lecker.


Jeder Feiertag ein Fest


Sri Lanka feiert gern und viel. Die sogenannten Poya Days sind gesetzliche Feiertage. An diesen Vollmondtagen besuchen Buddhisten den Tempel, opfern Blumen, zünden Räucherstäbchen an und verinnerlichen: Nichts bleibt für immer. Denn Blüten welken, Kerzen brennen nieder. Wir bringen unsere Gäste zu den Vollmondzeremonien in den Kanda Viharaya, den Big Buddha-Tempel, in Aluthgama.

Big Buddha Temple

 

Hinzu kommen hinduistische, muslimische und christliche Feste. Bei uns in Maggona, einem christlichen Dorf, feiern die Katholiken Marienfeste besonders ausgiebig und lauter als in Europa üblich. Die St. Mary´s Church thront über Maggona und zieht Gläubige aus Colombo an.

St. Mary´s Church

Oft bereiten sie tagelang vor, kochen und schmücken Häuser und Straßen; und das ganze Dorf macht mit. Manchmal klingt Musik aus den Gottesdiensten zu uns herüber. Insgesamt haben Touristen oft das Gefühl: In Sri Lanka gibt es mehr freie Tage als Arbeitstage.

Plane deine Reise ruhig um einen Poya-Tag oder einen anderen Feiertag herum. Kein Museum kann dir mehr echtes Sri Lanka zeigen.


Hupen heißt: Ich bin da
!

Verkehr in Sri Lanka

Der Straßenverkehr in Sri Lanka wirkt chaotisch. Nur auf den Highways geht es geordnet zu. Im Linksverkehr bewegen sich Tuk Tuks, Mopeds, bunte Lorries, vollbesetzte Busse, Straßenhunde, Kühe und Fahrräder nach eigenen Regeln durch Städte und über Land miteinander. Die Einheimischen lavieren sich gelassen durch den Trubel und sie hupen.

Die Hupe drückt keinen Ärger aus. Das Hupsignal weist freundlich darauf hin: „Ich bin da“, „Achtung, ich überhole“, „Ich grüße dich“ oder „Danke“. Beifahrer, die das verstehen, entspannen sich.

Wir bringen dich selbst und sicher mit dem Tuk Tuk oder Auto zu Märkten, Tempeln oder zum Bummeln in die nähere Umgebung.

tuktuk mit moped

Weiß steht für Reinheit und Spiritualität

Vollmond in Sri Lanka. Big Buddha.

Weiße Kleidung ist in Sri Lanka ein Zeichen der Reinheit und des Respekts und im buddhistischen Kontext für Gläubige üblich. Singhalesen tragen auch bei Beerdigungen weiß. Wer einen Tempel besucht oder zu einer Zeremonie eingeladen wird, kleidet sich in weiß und bedeckt auch Oberarme und die Beine mindestens bis unter das Knie. Apropos Respekt: Es ist ein No-Go, sich vor einer Buddhastatue fotografieren zu lassen oder ein Selfie zu machen. Es wird strikt vermieden, Buddha den Rücken zuzuwenden.

Moenche

Buddhistische Mönche tragen in Sri Lanka traditionell Orange oder dunkle Rottöne, weil die Stoffe einst mit natürlichen Pflanzenfarben wie Safran gefärbt wurden. Orange steht für Weisheit, persönliche Entwicklung und den Verzicht auf alles Überflüssige. Dunkles Rot symbolisiert Schutz und innere Klarheit. Die Roben zeigen: Buddhistische Mönche gehen einen Weg fern vom Materiellen, fokussieren bewusst das Wesentliche.

Das singhalesische Alphabet hat 60 Buchstaben

Sinhala oder Singhalesisch, die Sprache der Buddhisten in Sri Lanka, klingt melodisch. Auch wenn die Klänge fremd für dich sind und du die Sprache der Einheimischen nicht sprichst: „Ayubowan“ zaubert ein Lächeln in jedes Gesicht. Du faltest die Hände wie zum Gebet und wünschst deinem Gegenüber damit ein langes und glückliches Leben. Singhalesisch ist ein eigenständiges Alphabet, das zu den sogenannten Brahmi-Derivaten gehört. Es umfasst rund 60 Zeichen, die sich auf Konsonanten, Vokale und verschiedene kombinierte Laute aufteilen. Die Schrift in Sri Lanka ist rund und geschwungen, mit fließenden Formen, die in der Historie gut zum Schreiben auf Palmenblättern geeignet waren.

Palmblatt Singhale

Neugierig? Schreibe deinen Namen auf Singhalesisch. Einheimische helfen dir gern dabei.

Sprachbarrieren? Gibt es in Sri Lanka kaum. Ein Lächeln, ein paar Worte Englisch und Gesten mit Händen und Füßen helfen. Und ein paar singhalesische Worte zwischendurch: Zum Beispiel ‘Stuti!’ oder ‚Bohoma Stuti!‘. Das bedeutet „Danke“ oder „Vielen Dank“. Sag es direkt und du blickst garantiert in strahlende Gesichter. 

Der Sonntag gehört dem Strand


Für viele einheimische Familien in Sri Lanka ist der Strand der schönste Ort zum Entspannen. Sie suchen den Beach oft am Wochenende in großer Runde mit Picknick, Musik und guter Laune auf. Einheimische Frauen baden übrigens meist komplett bekleidet. Männer tragen Badeshorts. Auch Touristinnen und Touristen passen sich an. Wer am unberührten Strand von Maggona entlang spaziert, trägt Shorts und T-Shirt oder ein leichtes Baumwollkleid statt Bikini. Das zeigt Respekt und schützt nebenbei vor Sonnenbrand.

Einheimische am Strand

Gastfreundschaft ist oberstes Gebot 

In Sri Lanka bist du willkommen. Wer den beliebten Inselstaat bereist, begegnet Menschen, die ganz selbstverständlich Essen, Zeit und Gespräche teilen. Auch ist es für Einheimische üblich, ihr eigenes Bett für Übernachtungsgäste zu räumen. Sie verwöhnen stolz ihre Besucher. Wer eingeladen wird, erlebt eine großzügige Herzlichkeit. Egal ob in einer Hütte oder einer Villa: Niemand geht hungrig nach Hause. Und wer einmal Freund ist, bleibt es meist für immer.

Ayubowan! Wir wünschen dir ein langes und glückliches Leben.

 

Susanne Kleiner, CEO Sandaru Lanka

Über Insights aus Sri Lanka bloggt Susanne Kleiner. Gemeinsam mit Thushara hat sie sich mit Sandaru Lanka ihren Traum erfüllt, einen Ort für Menschen zu gestalten, die bei sich ankommen und Ayurveda in Sri Lanka genießen wollen. Susanne ist Kommunikationsexpertin, Trainerin, Coach, Texterin und Schreibpädagogin. Sie lebt und arbeitet in Freiburg im Breisgau. In Sri Lanka verbringt sie zwei bis drei Monate im Jahr. 

 

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Lesetipp

„Alleine als Frau in Sri Lanka: 12 wertvolle Tipps für eine sichere und unvergessliche Reise“: ein Erfahrungsbericht von Carina, die im Dezember 2024 in Sandaru Lanka zu Gast war.

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