Schulmedizin trifft Ayurveda: Warum eine Panchakarmakur Zeit und Ruhe braucht

Interview Barbara Nietlispach Shirodara

24.03.2026

Was passiert, wenn eine gestandene Schulmedizinerin und Gynäkologin ihre Praxis im Berner Oberland gegen eine Behandlungsliege in Sri Lanka tauscht? Dr. med. Barbara Nietlispach berichtet in unserem Blog von ihrer Ayurvedakur in Sandaru Lanka. Im Interview schildert die Frauenärztin, wie sie die gewohnte Taktung des Alltags unterbrach und lernte, ein inneres Vakuum auszuhalten, um Schicht um Schicht loszulassen.

Liebe Barbara, du arbeitest als Gynäkologin. Was hat dich als Schulmedizinerin motiviert, eine Ayurvedakur zu machen?

Mich haben alternative Heilmethoden schon immer interessiert. Schon im Medizinstudium spürte ich: Ich brauche etwas, das die Schulmedizin auf einer Ebene ergänzt, die den Menschen über das rein Messbare hinaus begreift.

Als Studentin habe ich eine Shiatsu-Ausbildung gemacht und bin später den Weg der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gegangen.

Heute akupunktiere ich auch in meiner Praxis und kombiniere meine gynäkologische Arbeit mit Kräutermedizin.

Aus meiner Sicht beißen sich Schulmedizin und Alternativmedizin nicht. Sie ergänzen sich.

Welche Qualität hat der Ayurveda für dich?

Ayurveda hat für mich eine ganz eigene, sehr tiefgreifende und subtile Qualität. Denn Ayurveda setzt sehr liebevoll und umhüllend auf verschiedenen Ebenen an – und kombiniert verschiedene Therapieansätze zu einem Ganzen: Körpertherapie oder anders ausgedrückt Körperarbeit mit Ernährungstherapie, die Basis für die Kräutertherapie.

Ayurvedische Kräutermedizin in der Panchakarmakur in Sandaru Lanka

Eine Panchakarmakur ist für mich eine Therapie für Körper, Geist und Seele. Dank der subtilen und doch so kräftigen und tiefgreifenden Behandlungen führt eine Ayurvedakur Menschen an tiefsitzende seelische und körperliche Ungleichgewichte heran. Das alles geschieht in einem geborgenen, umhüllenden Rahmen. Man kann loslassen, so dass sich damit Psychisches und Physisches löst. So arbeitet Ayurveda auf einer anderen Ebene als die klassische Schulmedizin.

Wer sich auf eine Ayurvedakur einlässt, lässt sich auch mehr auf sich selbst ein und kommt der Selbstheilung ein Stück näher.

Loslassen, um bei sich selbst anzukommen. Wie hast du in deiner Ayurvedakur in Sandaru Lanka diese Wirkweise konkret erlebt?

Ich habe die Behandlungen am Kopf sehr bewusst erfahren.

Ayurvedische Kopfmassage in der Ayurvedakur in Sri Lanka: beruhigt, entgiftet und entspannt.

Meine Therapeutin hat bei den Kopfmassagen die Kopfhaut sehr intensiv behandelt. So entstand in mir das Gefühl, als würde sie Schicht um Schicht abtragen; als müsste etwas abblättern, das verwittert draußen im Freien steht.

Dass der Kopf im Ayurveda eine wichtige Rolle spielt, haben mir auch die Stirnölgüsse offenbart. Jede der drei Shirodhara-Behandlungen habe ich völlig neu wahrgenommen. Beim ersten Mal habe ich sehr stark gespürt, wie mein Körper zur Ruhe kommt. Ich war plötzlich tief entspannt, wohltuend müde.

Beim zweiten Stirnölguss habe ich eine große Weite in meinem Kopf wahrgenommen. Und meine Sinne wurden klarer.

Das ist etwas, das ich aus der Zeit vor den Wechseljahren kenne – und in der Peri-Postmenopause immer wieder herbeisehnte: einen klaren Kopf ohne Brain Fog. Wunderbar, wieder so im Leben zu stehen.

Beim dritten Shirodhara sackte diese Ruhe nochmals eine Stufe tiefer in mich hinein. Ich hatte das Gefühl, sogar zu spüren, wie meine Spinalflüssigkeit, also das Nervenwasser, vibriert.

Das war ein Erleben ohne Dimensionen; mit dem embryonalen Stadium vergleichbar. Das hat in mir das tiefe Gefühl ausgelöst, behütet, versorgt und beschützt zu sein.

Hat sich bei dir etwas körperlich verändert während deiner Ayurvedakur?

Die Wirkung auf meinen Körper war für mich ganz handfest und sehr eindrücklich. Ich habe seit der Geburt meines ersten Sohnes lumbale und sakrale Rückenschmerzen; mal schwächer, mal stärker.

Mit dem Ausleiten und vor allem mit Vasthi, den Öleinläufen, hat sich dort wirklich vieles gelöst. Es wurde sehr warm und ich habe jetzt keine Schmerzen mehr. Zu Hause brauche ich im Bett oft ein zusätzliches Kissen. Hier hatte ich null Schmerzen. Das hat sich in diesen zwei Wochen komplett reguliert.

Ein weiteres Schlüsselerlebnis war Nasya, die Nasenreinigung, bei der ich mich kurz „ausgeliefert“ gefühlt habe. Ich lag auf dem Rücken und bekam diese scharfen Tropfen in die Nasenlöcher geträufelt. Das brennt und ist nicht unbedingt angenehm. Das Gefühl danach war genial.

Jetzt, da ich darüber spreche, merke ich: Die Bronchitis ist weg, die Stirnhöhlen sind frei. Ich war mit einer Sinusitis und einer Bronchitis hier angekommen, die ich seit drei Monaten nicht wegbekam.

Ayurveda Sri Lanka Herbal Tea scaled

Du hast schon mehrere Ayurvedakuren gemacht. Was unterscheidet den Prozess hier in Sandaru Lanka von deinen bisherigen Erfahrungen?

An den Ausleitungstagen standen kürzere, sanfte Massagen auf dem Therapieplan. Das heißt: Nach der Darm- oder Nasenreinigung oder den Öleinläufen war wenig Aktion angesagt. Das fühlte sich für mich zunächst wie ein Vakuum an. Für mich war das herausfordernd. Ich kam aus meiner eng getakteten Welt nach Sri Lanka.

Plötzlich hatte ich Zeit und fragte mich: Was mache ich jetzt? Das war gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig für mich extrem wichtig, wie ich im Nachhinein erkannte.

Denn ich fühlte mich in Sandaru Lanka von Grund auf behutsam und ganzheitlich behandelt.

Ayurvedamassage in Sri Lanka

Hast du auch für deine Arbeit als Frauenärztin von deinem Aufenthalt profitiert?

Das Tischgespräch kreiste oft um Frauengesundheit oder die Wechseljahre. Es waren einige Frauen mit mir in der Kur, für die ihre Menopause ein großes Thema war. Deshalb hat der Ayurveda-Arzt einen Vortrag speziell für uns Frauen gehalten. Das war auch für mich sehr aufschlussreich. Ich werde sicher künftig in meiner Sprechstunde noch tiefer darauf eingehen, wie wichtig die Lebensführung ist.

In den Wechseljahren bringt das hormonelle Chaos den Körper aus dem Takt. Dann ist ein gesunder Tagesrhythmus wichtig, um Struktur zu geben: warmes Wasser am Morgen, Mahlzeiten zur selben Zeit, ein regelmäßiger Schlafrhythmus.

Ayurveda lehrt uns auch, dass eine sanfte, gezielte Regelmäßigkeit oft viel mehr bringt als alle Extreme.

Zum Beispiel ist in der Schulmedizin für Frauen ab 50 momentan Kraftsport das große Thema. Das leuchtet mir ein. Doch keine Frau soll sich „prügeln“. Sport ist gut, wenn er Freude macht. Es bringt nichts, sich an Fitnessgeräten abzumühen, wenn die Seele nicht dabei ist. Auch dafür will ich meine Patientinnen sensibilisieren.

Welchen Rat gibst du Menschen, die noch zögern, eine Ayurvedakur zu machen?

Ayurveda ist kein Wellness. Man muss bereit sein, sich auf die Therapie und auf sich selbst neu einzulassen. Denn in der Ayurvedakur geben wir die Kontrolle ab.

Natürlich kommen dann auch Gefühle hoch, auf die man lieber verzichtet hätte. Doch eines ist sicher. Eine Panchakarmakur lohnt sich auf allen Ebenen: Die guten Gefühle lassen nicht lange auf sich warten.

Mit welchem Gefühl steigst du morgen in den Flieger von Colombo nach Zürich?

Als ich hier vor zwei Wochen um Stunden verspätet angekommen war, hatte ich das Gefühl: Mein Kopf platzt fast. Und ich hatte Mühe mit der Verdauung; für mich ein Alarmzeichen. Jetzt fliege ich mit einer tiefen Freude, meiner neuen Leichtigkeit und frischem Elan fürs Leben nach Hause. Ich fühle mich wirklich sehr umhüllt von dieser besonderen Erfahrung mit Ayurveda.

Das Gespräch führte Susanne Kleiner am 6. März 2026, an Barbaras letztem Tag ihrer Ayurvedakur in Sandaru Lanka.

Frauenärztin Barbara Nietlispach in der Ayurvedakur in Sri Lanka

Dr. med. Barbara Nietlispach ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe des Berufsverbands der Schweizer Ärztinnen und Ärzte mit dem Schwerpunkt Operative Gynäkologie. In ihrer ‚Praxis für die Frau in Spiez am Thunersee begleitet die Schweizerin Frauen in allen Lebensphasen. Barbara verbindet fundierte Schulmedizin mit komplementären Ansätzen. Sie ist qualifiziert für Schwangerschaftsultraschall und hat sich in Traditioneller Chinesischen Medizin (TCM) mit Akupunktur und Kräutertherapie ausbilden lassen. Die Mutter von drei Söhnen ist 1971 geboren und arbeitet seit vielen Jahren in der Frauenmedizin. Ihr besonderes Interesse gilt einem ganzheitlichen Blick auf Frauengesundheit.

Ich habe bei dem Interview in strahlende Augen und ein tiefenentspanntes Gesicht geblickt. Herzlichen Dank, liebe Barbara, für dieses offene und informative Gespräch. Wir wünschen dir von Herzen alles Gute für deine Rückkehr in die Schweiz und freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen in Sandaru Lanka.

Susanne und das Sandaru Lanka-Team

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